Electronic Beats Festival im Kölner E-Werk

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Wer sich nach dem Donnerstagabend im E-Werk noch fragt, woher das Geld für Events wie das Electronic Beats Festival kommt, der ist blind, taub und wahrscheinlich nicht nüchtern. Der magenta Telefonanbieter und diverse Co-Unternehmen sind wirklich allgegenwärtig. Mit all den hübschen Helferlein, die auf verschiedenste Art und Weise (markt-)forscherisch tätig sind, wird man die ein oder andere E-Mailadresse schon los.

Aber so funktioniert es eben mit dem Sponsoring und für das nicht zu verachtende Line-Up nimmt man ja auch gerne mal an ein paar Online-Befragungen teil. Schließlich bekommt der zahlende Liebhaber elektronischer Popmusik heute mit Acts wie Little Dragon, Turboweekend, Kele Okereke, Miike Snow oder Moderat für relativ wenig relativ viel geboten.

Wobei der letzte Programmpunkt mit den energiegeladenen Major Lazer und ihren Jamaica-Beats wohl ziemlich bedacht gewählt ist, denn nach sieben Stunden Electro-Wummerei mitten in der Woche braucht es schon einiges an Temperament, um die müden Studentenhorden zu ein wenig Enthusiasmus zu bewegen. Läuft aber mit so einem Frontmann – Schnaps und Mädels auf der Bühne, sexy tanzen, Publikum wach.
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Ganz anders eins vorher. Moderat, alias Modeselektor plus Apparat, erzeugen jubelnde Resonanz weniger durch ihre Show, die zwar nette Visuals bietet, aber ansonsten eher statisch bleibt. Ein bisschen Kraftwerk, wie die drei da so nebeneinander an ihren Laptops stehen. Ziemlich gut. Hau drauf-Techno trifft melodiösen Elektropop funktioniert eben auch noch nach sieben Jahren gemeinsamer Arbeit, trotz oder gerade wegen der jeweiligen Einzelambitionen – weiß man nicht.

Jedenfalls sind Moderat qualitativ eindeutig Headliner des Abends und übertreffen dabei sogar die gehypten Miike Snow, die zwar mit ihrer Bastelerfahrung überzeugen – immerhin geht einiges (gutes) Top-Ten Material der vergangenen Jahre auf ihr Konto – doch auf der Bühne die eigenen Stücke nicht so richtig reißend rüberbringen können. Wahrscheinlich ein natürlicher Nebeneffekt perfekt produzierter Popmusik – die braucht Performer. Schlecht ist zwar was anderes, nur berauschend eben auch.

Vielleicht hätte der Auftritt auch einfach besser ins Freie gepasst, da tummelt sich bei bestem Biergartenwetter nämlich alles, was in Köln um die Indie/Electro-Szene so zu finden ist. Hier hätte man bestimmt gerne ein wenig mehr musikalische Untermalung gehabt als das externe Scheibenrumpeln durch die jazzigen Little Dragon und Turboweekend, die im Anschluss die Laune schon mal auf Dance polen. Grillgut und plauschen regen aber auch nicht gerade zum ausrasten an, deshalb bleibt der Abend für die meisten eher entspannt – mit gutem Rahmenprogramm.

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2 Antworten to “Electronic Beats Festival im Kölner E-Werk”

  1. Josef Says:

    Konzert ist geil. Aber ich mußte da mal arbeiten. Ja ja, als Student. Aber es war echt schlimm. Ich habe bei einer Sicherheitsfirma gearbeitet und man glaubt echt nicht, wie es teilweise bei einem Konzert abgeht.

  2. Tour-Fan Says:

    @Josef: Als Student muss man arbeiten? 😉 Spaß beiseite, die Ordner sind bei so einem Konzert total gefordert. Davor habe ich bei all dem Feiern immer höchsten Respekt!

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