Archive for April 2010

13. Ehrenfeld Hopping

21. April 2010

Schon früh geht in den beteiligten Lokalitäten des 13. Ehrenfeld Hoppings an diesem Samstag gar nichts mehr. Vor dem Hemmer herrschen karnevalsartige Zustände, um den angekündigten Überraschungs-Act – die Dominik Clayton Band – in der Kölschen Kultkneipe zu sehen. Gefühlt die Hälfte der Gäste steht bereits um halb zehn statt drinnen draußen vor dem Eingang, aber das ist jetzt schon überall der Fall. Auch ohne hoppingspezifisches Abendprogramm.

Für alle, an denen die Veedelsveranstaltung bis jetzt vorbeigegangen ist: Bummelig alle drei-vier Monate gibt es in Ehrenfeld so etwas wie eine große gemeinsame Party mit vielen – den meisten – naja, eigentlich allen nachtlebeninvolvierten Lokalen des Viertels. Denn auch die Bars und Clubs (und – beim etwas jüngeren Night Shopping – auch Läden), die nicht auf dem omnipräsenten Hopping-Pass aufgeführt sind, für den man reich bestempelt Getränke und Eintritte raushauen kann, sind an diesen Abenden überproportional frequentiert.

Heute noch einmal eine Stufe schlimmer – sogar die sonst so stoischen Servicekräfte bei McDonalds kommen kräftig ins Schwitzen, weil sie den Hopper-Horden mit Loch im Magen nur noch das geben können, was gerade zufällig in die Vorratsschienen rutscht. Der Andrang ist durchaus erwünscht, geht es doch um Image, Kulturpflege und das große, fröhliche Miteinander, aber die Masse an Partytouristen und Mitte Februar Hängengebliebenen aus dem Großraum Köln macht die Sache zwischendurch mit Trillerpfeifen und Saufparolen doch ein wenig anstrengend.

Als Ehrenfelder oder zumindest Veedelskundiger weiß man sich jedoch zu helfen. Im Hochbunker z.B. ist es zwar voller als die letzten Male, allerdings sind grölende Gruppen bei der Veranstaltung rund um den Soul weniger präsent. Ausstellung und Party sind viel mehr entspannter Einstieg mit vertretbarem Kampf an der Bar ums Mühlenkölsch. Danach ab ins Gegenüber – die Leostraße ist eben auch eher abseits der gängigen Kneipentour. Trotzdem: die obligatorische Menschentraube vor der aber noch betretbaren Eckbar mit fast schon klischeehafter Vollsicht auf den Colonius. Hier wird das Draußentrinken aber mit Sicherheit auch wegen des Wetters zelebriert, denn der Frühling beschert uns zum Glück schon einen offenen Lederjackenabend ohne Schal und Mütze. Das ist beim Bar-Hüpfen, das auf dem Weg und vor der Tür nicht selten fast unbewusst zum Kiosk-Hopping wird, gern gesehen.

In viele Kneipen muss man sich zwecks Erlebens besonderer Darbietungen dennoch reindrängeln. Wie beispielsweise ins Theaterhaus, wo neben Electro-Pop von lunapark in der Bar, im Saal auch noch Pornokaraoke lockt. Ja, das ist genau das, was man sich darunter vorstellt. Meistens schon angetrunkene Scheinwerferwillige synchronisieren Schmuddelfilmchen mit vorgegebenem „Text“. Die Auswahl an historischem Bildmaterial macht das ganze zusätzlich amüsant, obwohl die starre Publikum-Bühnen-Formation nicht richtig zur Stimmung passen will.

Und so geht es bei ungefähr jedem weiter –  ob nun der Hopping-Abend geplant, anstrukturiert oder vollkommen intuitiv gestartet ist: Getränke werden bestellt, Bekannte getroffen, Zieldiskussionen geführt, aufsuchbare Toiletten verlangt, Hopping-Pässe vertauscht, Telefonate geführt, gequatscht, gesungen und getrunken. Alles, um am Ende auf einer der drei Großveranstaltungen im Artheater, Sensor Club oder in der Papierfabrik zu landen (mit obligatorischer Aussicht auf den Absacker im Underground natürlich), die, dem Abend entsprechend vollkommen überfüllt, das Ehrenfeld-Hopping als kollektive Tanzveranstaltungen auf gleich mehrere Höhepunkte treiben. Schön, wenn man dann nur noch zu Fuß ein paar Meter weiter nach Hause schwanken muss.

Eine kleine Anmerkung: Persönlich schmerzlich vermisst wurde leider der Hopping-Jack. Der tatsächlich reale Mythos des fragenden Wohltäters, der regelkonform – und mit ein wenig Sponsorenkenntnis erfüllbar – von den Hoppern erkannt und angesprochen werden muss, um ihnen für regionales Wissen Geschenke zu überreichen. Ich hoffe, er ist in der Masse nicht untergegangen.

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Streetpunk

21. April 2010

…gibt es morgen im MTC und zwar von Deadline. Freikarten gibt es hier.

Mumford & Sons im E-Werk

19. April 2010

Mumford & Sons, (c) Peter Pricken

„You fucking Rule!“ Zwar stimmen wohl alle Anwesenden dieser Aussage über Mumford & Sons zu, aber spätestens nach dem fünften Mal wünscht man sich doch, dieser lautstark brüllende Fan hätte den Weg ins E-Werk nicht gefunden. Überhaupt könnten es ein bisschen weniger Leute und ein bisschen mehr Sauerstoff sein und wieso überhaupt das E-Werk? Wochenlang freut man sich auf ein relativ intimes Konzert im Gloria und dann auf einmal: verschoben!

Aber was nimmt man für eine Band wie Mumford & Sons nicht alles auf sich? Man steht, man wartet, man schwitzt und ringt nach Luft. Gut, dass man währenddessen wenigstens von dem wunderbaren Johnny Flynn unterhalten wird, der heute als Support auftritt. Er spielt Gitarre und singt dabei so verträumt seine Songs ins Mikro, als würde er das nur für einen selbst tun. Als er dann zum Schluss auch noch die Trompete ansetzt, ist ganz schnell entschieden, welche CD den Plattenschrank demnächst bereichern wird.

Mit großem Applaus wird er vom Publikum verabschiedet und mit noch viel größerem Applaus werden die vier lang ersehnten Briten auf der Bühne empfangen. Markus Mumford hat vor dem Auftritt mit Sicherheit eine ganze Schachtel Zigaretten geraucht, denn als er zu den ersten Begrüßungsworten, wohl gemerkt auf Deutsch, ansetzt und die Band mit „Sigh No More“ das Spektakel beginnt, ist seine Stimme so rau und rauchig, dass eine wohlige Gänsehaut nicht ausbleibt. Man merkt schnell, dass Mumford & Sons nicht zu den Bands gehören, die auf CD beeindrucken, einen live aber im Regen stehen lassen. Souverän spielen sie sich durch ihren Erstling Sigh No More und geben auch einige Neulinge zum Besten. Bemerkenswert ist die Intensität, mit der die vier ihre Instrumente spielen. Sie zupfen und schlagen die Saiten und Tasten, als gäbe es kein Morgen mehr und doch hat das Ganze auch irgendwie eine liebevolle Komponente. Besonders deutlich wird das bei Songs wie White Blank Page oder Thistle and Weed, bei denen gleich alle Bandmitglieder ihre Stimmen zu einem Chor erheben, der mitreißender nicht sein könnte. Man möchte lachen und tanzen, weinen und schweigen, einfach nur um bloß irgendeinem der vielen Gefühle, die man empfindet Ausdruck zu verleihen.

Einer der vielen kleinen Höhepunkte des Abends, darin scheinen Band und Publikum sich mehr als einig zu sein, ist Little Lion Man. Sowohl auf als auch vor der Bühne wird so ekstatisch gesungen und getanzt, dass es wohl niemandem auffallen würde, würde das E-Werk in diesem Moment einbrechen. Auch Dust Bowl Dance ist einer dieser Augenblicke. Nicht nur, weil Marcus Mumford sich bei diesem Song an das bisher wenig beachtete Schlagzeug setzt, sondern auch weil seine very britische Aussprache des Wortes „dance“ beim weiblichen Publikum für ein einstimmig hingerissenes „ohhh“ sorgt.

Nach gut einer wirklich viel zu kurzen Stunde und einer kleinen Zugabe beenden Mumford & Sons ihr Konzert im E-Werk. Ein Blick in die Runde zeigt rot glühende, verschwitzte, aber überaus freudig erregte Gesichter. Wer an diesem Abend nicht überglücklich und zufrieden nach Hause gegangen ist, der scheint den Großteil der Show wohl auf der Toilette verbracht zu haben.

Kunstalarm in Köln

19. April 2010

Denn die älteste Kunstmesse der Welt, die Art Cologne, öffnet wieder ihre Pforten! Letzte Chance bei uns noch Freikarten zu gewinnen!

Hopp, hopp, hopp, Kölner lauf Galopp!

17. April 2010

Heute ist es endlich wieder so weit: mit dem Ehrenfeld Hopping geht Kölns größte organisierte Kneipentour wieder an den Start. Neben den vielen tollen Gratis-Events gibt es auch einige kostenpflichtige Programmpunkte, die besonders zu empfehlen sind: so z.B. die Mittanzgelegenheit im ARTheater und das einklang-koeln Festival in der Papierfabrik, wo ganze 8 tolle Bands spielen werden!! Im Anschluss kann dann bei der Indie Fresse Party weiter gerockt werden. Jetzt noch eintragen und Freikarten gewinnen!

Letzte Chance!!

15. April 2010

Heute abend steigt die Sportler meets Uni und ihr könnt jetzt noch schnell freien Eintritt gewinnen! Außerdem haben wir noch 2 Konzert-Leckerbissen für Euch: Turin Brakes und Frank Popp, den Ihr sicher noch kennt von Hip Teens (don`t wear blue jeans), spielen beide in Köln und ihr könnt gratis reinkommen. Eintragen und gewinnen!

Psst, Studiparties!

14. April 2010

Genau, denn morgen geht`s wieder los: Sportler meets Uni und einen Tag danach Le Debut 22 garantieren plattgetanzte Füße und jede Menge Spaß!! Gewinnt jetzt noch Freikarten bei uns!!

Rain Machine im Stadtgarten

13. April 2010

Eigentlich sollte man sich bei Kyp Malone nicht weiter über musikalische Exzesse wundern. Immerhin ist der Gitarrist der wohl besten Artrock-Band Brooklyns, TV on the Radio, nicht für die Wahrung von Konventionen bekannt. Mit seinem Solo-Projekt Rain Machine toppt der Mann mit der auffälligen Haarpracht heute im Konzertsaal des Stadtgartens in Köln zumindest beim Finale der Show aber noch mal alle Erwartungen.

Den beherrschteren Auftakt machen aber White Cycle Crime Club, die schon 2008 mit TV on the Radio auf Tour waren und als klareres, belgisches Äquivalent der New Yorker Post-Noise-Rocker gehandelt werden. Tatsächlich erinnern die fünf mit ihren langgezogenen Instrumentalstrecken und dem angespannten Stimmen an einen durchaus fesselnden Bastard aus Porcupine Tree und Cold War Kids, sind allerdings heute nach sechs Shows mit Rain Machine das letzte Mal dabei. Zum Bedauern von Kyp Malone der später auf der Bühne nicht müde wird, immer wieder den gebührenden Applaus der Zuschauer für WCCC einzufordern.

Seine eigene Truppe macht da einen weniger geordneten Eindruck. Die fünfköpfige Band könnte schon optisch nicht bunter wirken. Links, die quirlige Heidi Ferrell neben der kindlichen Cellistin, hinten, der auch in ein Historiendrama passende Drummer und rechts, Andy McLeod mit beeindruckender körperlicher Präsenz und die burschikose Carmen Piteo an der zweiten Gitarre. In der Mitte Malone, der mit fast väterlicher Gelassenheit seine – gegen Ende fast spasmische – Familie unter Kontrolle hält. Die wirft nämlich bald alle Selbstbeherrschung über Bord und fabriziert in vollkommenem Irrsinn Töne, die normalerweise vermieden werden wollen. Allen voran besagte Bühnenrechte mit Piteo, die allein schon dadurch, dass sie während des Auftritts gefühlte 15 Bier in Rekordzeit kippt in ganz anderen Sphären wandelt und McLeod, der seinen Bass wie geistesgestört am Verstärker und auf dem Boden rumreibt.

Ganz anders beim Solo von „Hold You Holy“, für das die ganze Bagage ohne Vorankündigung von der Bühne geht und den Kyp Malone ohne Unterstützung etwas verunsichert zurücklässt. Hier wird die eigene Richtung gegenüber TV On The Radio besonders deutlich. Malone zeigt sich als einfühlsamer Singer-Songwriter – persönlich und direkt – und, weil er es mit seiner Stimmscala hier stellenweise doch ein wenig übertreibt, ein bisschen anstrengend.

Trotzdem weiß das Publikum im halbleeren Stadtgarten – das zunächst eher auf ein musikintellektuelles Stelldichein tippen lässt – ganz genau, was für eine Instanz da vor ihnen steht. Unglaubliche Gitarrenläufe Malones und einfallsreiche, aber immer natürlich wirkende Arrangements der Band machen das über die gesamte Länge des Auftritts bewusst.

Dort oben leuchten die Sterne…

11. April 2010

… und auch hier unten, und zwar im Luxor. Und das morgen abend. Jetzt noch Freikarten für Die Sterne gewinnen!

Freikarten für Deinen Party-Freitag

9. April 2010

Pünktlich zum Wochenende steht auch die liebe Sonne wieder auf der Matte…wer die gute Laune heute abend fortführen will, der kann bei uns noch jede Menge Freikarten für die besten Parties gewinnen!