Paloma Faith im Luxor

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Ausverkauft ist das Luxor zwar nicht, dennoch ist eine beachtliche Menge an Menschen erschienen um Paloma Faiths Nachholkonzert vom 01.12.2009 zu sehen.

Pünktlich um 21 Uhr betreten Support Josh Weller und Band die kleine Bühne und man fragt sich unwillkürlich, ob der Junge mit dem Afro wohl zu lange im Windkanal gestanden hat. Musikalisch überzeugen er und seine als Dandys verkleidete Band mit solidem Indierock, der durch Funk und Rockabilly eindeutig aufgewertet wird. Vor allem haben die Songs echten Ohrwurmcharakter und das Publikum ist sichtlich angetan vom nerdigen Brillenträger.

Nach einer guten halben Stunde verlässt er die Bühne um Paloma Faiths Roadies das Feld zu überlassen. Fleißig werden Instrumente aufgebaut und schnell wird klar, dass die Dame sonst größere Bretter bespielt. Das Bühnenbild, bestehend aus silbernen Heliumluftballons und übergroßen Dominosteinen, erscheint in der trashigen Luxor-Umgebung etwas unpassend und kann seine Wirkung auf der niedrigen Bühne nicht richtig entfalten. Nach einer halben Stunde des Wartens im engen Bereich vor der Bühne geht das Licht aus und Paloma Faith beginnt.

Nach dramatischen Tönen der vierköpfigen Band betritt Paloma Faith in bester Showgirl-Manier, verhüllt von riesigen, roten Federfächern, die Bühne. „Smokes and Mirrors“ ist der erste Song und hinter den Fächern kommt eine kleine Person hervor, die wie die Chiquita-Frau gekleidet ist und deren Obst-Hut verheißungsvoll glitzert. Obwohl der Sound der Band ziemlich bombastisch – beinahe schon zu bombastisch – ist kann man sich Palomas faszinierender Stimme nicht entziehen. Nach einem elektronischen Remix ihrer dritten Single „You want the Truth or something Beautiful“ überlässt die Britin die Bühne Keyboarder, Gitarrist, Schlagzeuger, Bassistin und Backgroundsängerin, um kurz darauf in blau-weiß gestreiftem Kleid mit übergroßem blau-weißem Hut zurückzukehren.

Die nächsten Songs zeigen, dass Paloma Faith sich zwar der Musikindustrie in poppigen Klängen ergeben hat, ihr Herz jedoch für den Jazz schlägt. Stimmgewaltig und kratzig-rau singt sie Etta James und Billie Holiday und fast vergisst man, dass Jazz und Luxor eigentlich nicht zusammen passen. Nach vier Songs reicht es dem Publikum jedoch: Die meisten sind gekommen um Paloma Faiths Radiosongs zu hören und lechzen nach einer Gelegenheit zum Mitsingen. Jazz ist eben doch anders. Zum Glück merkt das auch die Künsterlin und bringt die Konzertbesucher mit der poppigen Swingnummer „Upside Down“ und der Aufforderung „And now let’s celebrate life!“ wieder in Bewegung. Nun folgen die kraftvolle erste Single „Stone Cold Sober“ und die mit Abstand bekannteste zweite Auskopplung „New York“. Dann allerdings verlässt die Britin nach einer guten dreiviertel Stunde die Bühne mit dem Versprechen bald wieder nach Deutschland zu kommen, sollten die Fans es wollen – und natürlich wollen sie.

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