La Roux, Live Music Hall, 27.02.2010

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„Wir haben ganz sicher nicht einfach nur die Achtziger reproduziert.“  Das haben La Roux am Samstagabend in der Kölner Live Music Hall eindeutig unter Beweis gestellt. La Roux, das sind die junge Sängerin Elly Jackson und ihr Manager Ben Langmaid. Elly versteht sich als „präsentierender Teil“ des Elektropop-Duos, das alle Songs gemeinsam schreibt.

Nach der Vorband DKDNT beginnt erst einmal der Auf- und Abbau mit Soundcheck, der die Masse unruhig werden lässt. Als dann endlich das Licht ausgeht, scheint die Luft zu brennen. Im Dunkeln hört man die eindringlichen Anfangsklänge von „Tigerlily“ und Ellys Stimme, die zunächst stark an die Studioversion erinnert. Dann endlich gehen die Scheinwerfer an und Miss Jackson macht ihrem Namensvetter alle Ehre: als Bühnenoutfit hat sie eine enge schwarze Hose, schwarze Schuhe und eine kurze Jacke mit breiten Schultern gewählt. Auch der Tanzstil des King of Pop scheint Elly inspiriert zu haben: Selbstbewusst bewegt sie sich auf der Bühne als hätte sie nie etwas anderes getan und schafft es dennoch problemlos, die hohen Töne zu treffen. Als Bonbon geben La Roux eine Elektroversion des Rolling Stones Hits „Under my thumb“ zum Besten, die von der Menge begeistert aufgenommen wird- genau wie das noch unbekannte Bonuslied „Saviour“.

Elly Jackson gehört zu den Künstlern, bei denen man besorgt ist, dass sie live nicht mit ihren CD-Aufnahmen mithalten können. Doch an diesem Abend wird man nicht enttäuscht: La Roux wirkt auf der Bühne ebenso einzigartig wie von Platte. Kühl, gelassen und sogar ab und zu mit einem Lächeln beweist die Britin, dass sie kein One-Hit-Wonder ist, sondern noch viel vorhat. Dank ihrer abwechslungsreichen Stimme hat jedes Lied seine eigene Note, selbst wenn die Beats sich zum Teil ähneln. Sie singt kraftvoll, hoch und stimmt manchmal sogar sanfte Klänge an, wie bei „Cover my eyes“. Ihre Musik ist in der heutigen Plastikpop- Gesellschaft so besonders wie ihr Auftreten: ein roter Schopf mit steiler Riesentolle, auffällig geschminkte Augen und ein extravaganter Kleidungsstil, der eine wilde Mischung aus Second Hand, 80s Style und Herrenabteilung ist.

Nach nur 45 Minuten, die wie im Flug vergehen, verlässt La Roux die Bühne, um sie kurz darauf wieder mit ihrem Hit „Bulletproof“ zu stürmen. Darauf hat das Publikum sehnsüchtig gewartet, denn endlich können sie lauthals mitsingen: und bekommen für den Refrain Ellys Mikro entgegengehalten. Viele Zuschauer scheinen allerdings auch nur die großen Hits zu kennen. Bei  Perlen wie „As if by Magic“ oder „Fascination“ ist das sehr schade. Trotzdem tut es der Stimmung keinen Abbruch: Dank ihrer unverwechselbaren Stimme zieht Elly Jackson die tanzende Menge in ihren Bann. Ein kleiner Wermutstropfen: Am Ende, gerade bei „Bulletproof“ , scheint die Sängerin gegen die zu lauten Musiker ankämpfen zu müssen. Viel zu schnell geht das Konzert zu Ende und auf Zugabe wartet man vergebens. Dafür kann man auf etwas anderes hoffen: ein neues Album, das bereits in Arbeit ist.

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