Indie Fresse Party, Sensor Club. 11.09.09

by

Image and video hosting by TinyPicWas war denn da los am Freitag im Sensor Club? Es stand die erste Indie Fresse Party nach der Sommerpause auf dem Programm und erwartungsfroh wurde zu der Indie-Alternative-Ska-Elektro-Rock-Party nach Ehrenfeld gepilgert. Event und Spot hatten sich bereits in vergangener Zeit beim Kölner Publikum einen guten Ruf erspielt und dementsprechend waren die Erwartungen hoch, für den entrichteten Obolus eine geile Partynacht zu erleben. Im Vorfeld wurde auf der Event-eigenen Website dafür auch ordentlich Werbung gemacht, existierten doch seit April handfeste Gerüchte, im Sensor Club hätte es sich ausgefeiert und das Gebäude sei verkauft. Das war allerdings nur die halbe Wahrheit: das Gebäude ist zwar verkauft, aber Musik und Tanz dürfen hier vorerst bis Jahresende noch stattfinden. Und so wurde vergnügt in eine neue Saison gestartet. Das Konzept von Indie Fresse wurde beibehalten, genauso wie Inneneinrichtung und Personal – „Never change a winning team!“ Was sollte also schief gehen?

Anfangen sollte der Abend mit dem Auftritt der Kölner Ska-Band The Clerks. War es früher so, dass sich eine Band im Sensor nie vor 23Uhr auf der Bühne zeigte, sollte es diesmal schon 21Uhr losgehen. Der Indie Fresse Startschuss sollte 23Uhr erfolgen. Es wurde sich dann auf die Mitte geeinigt und die Jungs um Frontmann Gero Kuntermann trotteten kurz nach zehn ans Mikro.
Was übrigens schon direkt nach Betreten des Sensor Club auffiel: die versprochenen zwei Floors waren nicht vorhanden, aber man trat sich auch im kleineren der beide Räume nicht auf die Füße.

The Clerks begannen sofort routiniert mit ihrem 60s-Ska und Rocksteady und Gero Kuntermann verstand es in geübter Frontmann-Manier das statisch stehende Publikum zuerst zum seichten Mitschunkel und Kopfwippen zu bewegen und schließlich die Meute vor der Bühne zu ausgelassenen Freudensprüngen und frenetischem Mitsingen zu motovieren. Entgegen der Erwartung spielte die Band die erste halbe Stunde ausschließlich englische Songs, teilweise auch nur reine Instrumentalnummern. Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Der Raum war voll, aber man stand nicht Körper an Körper, die vordere Hälfte feierte ordentlich mit, die hintere lauschte eher andächtig, hatte aber auch sichtlich ihren Spaß am ambitionierten Auftritt der Künstler. Nach einer Stunde war der Knoten geplatzt und The Clerks spielten einige neue Stücke ihrer Ende des Jahres erscheinenden Platte. Ebenfalls für Abwechslung sorgten die immer wieder durchschimmernden Violinen-Soli im Wechsel mit der Bläsergruppe sowie die herzlich-unverkrampfte Performance aller Bandmitglieder. Kurz vor Zwölf schmetterten The Clerks ihren Klassiker „Mehr SKA“ in die Runde und animierten das Publikum zum Wechselgesang. Anschließend wanderten sie mit Instrumenten bewaffnet in die Mitte der Tanzfläche und sorgten nochmal für ordentlich gute Laune.

So toll wie der Abend begonnen hatte, so zügig wandelte sich bei vielen Indie- und Alternative-Freunden die Stimmung wieder, nachdem The Clerks von der Bühne verschwunden waren. Spätestens jetzt war klar, dass es an diesem Abend wohl keinen weiteren Floor geben würde. Auch das geschäftige Ab- und Umbauen für die typ:t.u.r.b.o.-Crew  wirkte sich irgendwie nachteilig auf die Stimmung aus. Dazu kam eine viel zu laut eingestellte Anlage. Jegliche Unterhaltung wurde so unterbunden und man sah vermehrt kleine Grüppchen mit zugehaltenen Ohren den Ausgang ansteuern. Monsieur Schiwago, der kurzzeitig an den Reglern weilte, schien das nicht zu stören und eröffnete sein Fill-in-Set mit mehr oder weniger Mainstream-Acts wie Lilly Allen, Kate Nash und Emiliana Torrini. Die Ohren jedenfalls sträubten sich nach dem Ska-Inferno ein wenig gegen diese Klänge. Man fragte sich, ob das noch unter Brit-Pop lief oder einfach eine lustlos zusammengestellte Radio-Playlist war.

Und während vorm Eingang ein gutes Dutzend Raucher und an der Kasse eine Hand voll Leute standen, übernahmen im Innenbereich die Jungs der typ:t.u.r.b.o.-Crew die motivierte Masse. Man wollte feiern, man wollte abgehen, man wollte schwitzen und man wollte irgendwann in den Morgenstunden völlig fertig nach Hause kriechen, aber irgendwie sprang der Funke nicht über. Die drei wild an Kabeln und Knöpfen herumspielenden, cool aussehenden Jungs auf der Bühne waren anscheinend mit dem Sound noch nicht ganz zufrieden und sorgten in der nächsten halben Stunde für zwei Komplettausfälle der Sound- und Lichtanlage. Zwischendrin lief nur ein Teil der Boxen. Klassischer Fehlstart, könnte man meinen. Einzige erfreuliche Meldung: die Lautstärke hatte sich wieder auf Clubniveau gesenkt. Und erstaunlich: die Menge bemühte sich, die Stimmung nicht völlig absterben zu lassen. Ganz klar – man war eben besseres gewöhnt und noch lange nach der Stimmung stirbt bekanntlich erst die Hoffnung. Wer den teuflischen Plan verfolgen wollte und sich mit Alkohol zu betrinken versuchte, der scheiterte am freundlichen Barkeeper. Der schien seinen Job sehr gewissenhaft zu machen, allerdings leider auch sehr, sehr langsam. Nach 15 Minuten war der Durst auf Bier vergangen und man ließ ohne neues Getränk und trotz Flaschenpfand sein Leergut resigniert am Tresen zurück. Glück für den, der irgendwann mal dran kam.

Der Gesamteindruck „Indie Fresse im Sensor Club“ fiel unter diesen Umständen leider eher weniger gut aus. Der Live-Auftritt von The Clerks mit ihrer Guten-Laune-Performance vermochte den Abend dennoch versöhnlich abzurunden, auch wenn er mit voranschreitender Stunde zunehmend von einer soliden „2+-mit-Sternchen“ zu einem eher „mangelhaft“ abflachte. Ob es lediglich Startschwierigkeiten nach der Sommerpause waren oder ob der Sensor Club in Ehrenfeld aufgrund der Schließungsgerüchte bereits auf den letzten Löchern pfeift, bleibt abzuwarten.

Advertisements

2 Antworten to “Indie Fresse Party, Sensor Club. 11.09.09”

  1. HTTP://www.pornfeeling.com Says:

    Hello! Do you know if they make any plugins to help with
    SEO? I’m trying to get my blog to rank for some targeted keywords but I’m not
    seeing very good results. If you know of any please share.
    Thanks!

  2. enormous milf boobs Says:

    Thanks to my father who informed me about this web site, this blog is actually awesome.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: