Archive for September 2009

Kunst & Kultur in Köln: Theaternacht, Kurzfilmfestival, Oper…

27. September 2009

Der Himmel wird zwar dunkler und die Tage kürzer, für Kunst- und Kulturliebhaber kündigt der Wetterumschwung aber auch Gutes an: Das lange Sommerloch hat endlich ein Ende! Als Event der Superlative gibt dann auch die Kölner Theaternacht den Auftakt zur Spielzeit. 38 Theater öffnen ihre Türen bis zum frühen Morgen und eine Eintrittskarte genügt, um alle Aufführungen sehen zu können. Mit etwas Glück kannst Du bei wergehthin.de zwei Freikarten zur Theaternacht gewinnen, ebenso wie eine Tageskarte zum Filmfestival shnit, bei dem Kurzfilme aller Genres von einer Jury prämiert werden. Kritisch über eine solche Bewertung von Kunst spricht der Schriftsteller, Künstler und Querdenker Thomas Kapielski in der neuen Reihe Gegen den Strich. Mehr Veranstaltungen, die Dich zum Lachen, Weinen und Nachdenken bringen, findest du im Kunst & Kulturmagazin

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Dieses Wochenende in Köln: Smile, LIKE, get addicted…

24. September 2009

„Der Herbst ist nur der dunkle Frühling.“ – Bei einem Blick nach draussen ist es wohl besser daran zu denken, als sich nach den sonnigen Tagen im Park oder lauen Partynächten im Freien zu sehnen. Auf die müssen wir jetzt wieder einige Monate warten. Doch bis dahin helfen vielleicht gute DJs und ein aufgeheizter, Stroboskop beleuchteter Club gegen aufkommende Herbst- und Winterdepressionen. Diese Kombination trifft man dieses Wochenende in Köln wieder mehrmals an, zum Beispiel bei der smile, die am Samstag den Hamburger DJ und Labelbetreiber Pantha du Prince ins Gloria holt. Wer Lust auf einen Geheimtipp der Marke „Electro-Pop“ hat, sollte bei der LIKE im Subway vorbeischauen, bei der das Berliner Duo Mittekill spielen wird. Fans von Punk und Alternative muss man es wohl gar nicht mehr ankündigen, trotzdem hier der Tipp für alle, die noch nicht süchtig sind: In der Werkstatt werden bei der Get Addicted auf zwei Floors wieder laute Gitarrenklänge gespielt und nebenbei können sich sportliche Gäste die ganze Nacht an einer Tischtennisplatte verausgaben.

Mehr Infos dazu und weitere Parties an diesem Wochenende siehst Du im aktuellen Nachtlebenmagazin

Konzerte in Köln: Culcha Candela, Jet & 2Raumwohnung…

21. September 2009

FotoGreen Day sind zurück! Nach langer Auszeit für ihr neues Album “21st Century Breakdown“ gehen sie endlich wieder auf Tour und geben auch in Köln eine ihrer energiegeladenen Live-Shows. Ruhiger und intimer wird hingegen Anja Plaschg alias Soap and Skin ihre eigenwilligen Kompositionen vortragen. Von der Presse wird die 19-jährige als das musikalische Wunderkind schlechthin gefeiert. Natürlich kommen aber auch HipHop-Fans in den nächsten Wochen voll auf ihre Kosten: Neben Culcha Candela, die ihr Album „Schöne neue Welt“ vorstellen, tritt die WDR Big Band mit verschiedenen HipHop-Künstlern auf. Andere Konzerte wie das von 2Raumwohnung oder Jet, die auf jeden Fall einen Blick wert sind, findest Du in unserem Konzert-Magazin.

Dein Wochenende in Köln: Rhyhmusgymnastik, Trix & Flix, Agenda Suicide…

17. September 2009

Dieses Wochenende sollten vor allem die Herzen von HipHop- und Funkfans höher schlagen. Bei der  Rhythmusgymnastik werden verschiedene DJs zum Battle gegen die Roboter vom Robodonien antreten und mit tanzbaren Sets in besonderer Umgebung Unterhaltung der etwas anderen Art bieten. Auch bei der Trix & Flix ist das Publikum nicht nur zum Feiern eingeladen: Vor der Party im Sensor Club gibt es nämlich eine Snowboardfilm-Premiere zu sehen. Wer die altbewährte Mischung aus Indie und Electro bevorzugt, kann am Freitag beim Klassiker Agenda Suicide Club oder am Samstag beim Jubiläum der Who killed Bambi? im Subway tanzen. Laute und schnelle Beats aus dem Genre Drum & Bass gibt es bei der Quake, die mit Acts aus Australien und Österreich in den Bogen 2 einlädt. Weitere Parties & Infos dazu findest du hier.

Indie Fresse Party, Sensor Club. 11.09.09

15. September 2009

Image and video hosting by TinyPicWas war denn da los am Freitag im Sensor Club? Es stand die erste Indie Fresse Party nach der Sommerpause auf dem Programm und erwartungsfroh wurde zu der Indie-Alternative-Ska-Elektro-Rock-Party nach Ehrenfeld gepilgert. Event und Spot hatten sich bereits in vergangener Zeit beim Kölner Publikum einen guten Ruf erspielt und dementsprechend waren die Erwartungen hoch, für den entrichteten Obolus eine geile Partynacht zu erleben. Im Vorfeld wurde auf der Event-eigenen Website dafür auch ordentlich Werbung gemacht, existierten doch seit April handfeste Gerüchte, im Sensor Club hätte es sich ausgefeiert und das Gebäude sei verkauft. Das war allerdings nur die halbe Wahrheit: das Gebäude ist zwar verkauft, aber Musik und Tanz dürfen hier vorerst bis Jahresende noch stattfinden. Und so wurde vergnügt in eine neue Saison gestartet. Das Konzept von Indie Fresse wurde beibehalten, genauso wie Inneneinrichtung und Personal – „Never change a winning team!“ Was sollte also schief gehen?

Anfangen sollte der Abend mit dem Auftritt der Kölner Ska-Band The Clerks. War es früher so, dass sich eine Band im Sensor nie vor 23Uhr auf der Bühne zeigte, sollte es diesmal schon 21Uhr losgehen. Der Indie Fresse Startschuss sollte 23Uhr erfolgen. Es wurde sich dann auf die Mitte geeinigt und die Jungs um Frontmann Gero Kuntermann trotteten kurz nach zehn ans Mikro.
Was übrigens schon direkt nach Betreten des Sensor Club auffiel: die versprochenen zwei Floors waren nicht vorhanden, aber man trat sich auch im kleineren der beide Räume nicht auf die Füße.

The Clerks begannen sofort routiniert mit ihrem 60s-Ska und Rocksteady und Gero Kuntermann verstand es in geübter Frontmann-Manier das statisch stehende Publikum zuerst zum seichten Mitschunkel und Kopfwippen zu bewegen und schließlich die Meute vor der Bühne zu ausgelassenen Freudensprüngen und frenetischem Mitsingen zu motovieren. Entgegen der Erwartung spielte die Band die erste halbe Stunde ausschließlich englische Songs, teilweise auch nur reine Instrumentalnummern. Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Der Raum war voll, aber man stand nicht Körper an Körper, die vordere Hälfte feierte ordentlich mit, die hintere lauschte eher andächtig, hatte aber auch sichtlich ihren Spaß am ambitionierten Auftritt der Künstler. Nach einer Stunde war der Knoten geplatzt und The Clerks spielten einige neue Stücke ihrer Ende des Jahres erscheinenden Platte. Ebenfalls für Abwechslung sorgten die immer wieder durchschimmernden Violinen-Soli im Wechsel mit der Bläsergruppe sowie die herzlich-unverkrampfte Performance aller Bandmitglieder. Kurz vor Zwölf schmetterten The Clerks ihren Klassiker „Mehr SKA“ in die Runde und animierten das Publikum zum Wechselgesang. Anschließend wanderten sie mit Instrumenten bewaffnet in die Mitte der Tanzfläche und sorgten nochmal für ordentlich gute Laune.

So toll wie der Abend begonnen hatte, so zügig wandelte sich bei vielen Indie- und Alternative-Freunden die Stimmung wieder, nachdem The Clerks von der Bühne verschwunden waren. Spätestens jetzt war klar, dass es an diesem Abend wohl keinen weiteren Floor geben würde. Auch das geschäftige Ab- und Umbauen für die typ:t.u.r.b.o.-Crew  wirkte sich irgendwie nachteilig auf die Stimmung aus. Dazu kam eine viel zu laut eingestellte Anlage. Jegliche Unterhaltung wurde so unterbunden und man sah vermehrt kleine Grüppchen mit zugehaltenen Ohren den Ausgang ansteuern. Monsieur Schiwago, der kurzzeitig an den Reglern weilte, schien das nicht zu stören und eröffnete sein Fill-in-Set mit mehr oder weniger Mainstream-Acts wie Lilly Allen, Kate Nash und Emiliana Torrini. Die Ohren jedenfalls sträubten sich nach dem Ska-Inferno ein wenig gegen diese Klänge. Man fragte sich, ob das noch unter Brit-Pop lief oder einfach eine lustlos zusammengestellte Radio-Playlist war.

Und während vorm Eingang ein gutes Dutzend Raucher und an der Kasse eine Hand voll Leute standen, übernahmen im Innenbereich die Jungs der typ:t.u.r.b.o.-Crew die motivierte Masse. Man wollte feiern, man wollte abgehen, man wollte schwitzen und man wollte irgendwann in den Morgenstunden völlig fertig nach Hause kriechen, aber irgendwie sprang der Funke nicht über. Die drei wild an Kabeln und Knöpfen herumspielenden, cool aussehenden Jungs auf der Bühne waren anscheinend mit dem Sound noch nicht ganz zufrieden und sorgten in der nächsten halben Stunde für zwei Komplettausfälle der Sound- und Lichtanlage. Zwischendrin lief nur ein Teil der Boxen. Klassischer Fehlstart, könnte man meinen. Einzige erfreuliche Meldung: die Lautstärke hatte sich wieder auf Clubniveau gesenkt. Und erstaunlich: die Menge bemühte sich, die Stimmung nicht völlig absterben zu lassen. Ganz klar – man war eben besseres gewöhnt und noch lange nach der Stimmung stirbt bekanntlich erst die Hoffnung. Wer den teuflischen Plan verfolgen wollte und sich mit Alkohol zu betrinken versuchte, der scheiterte am freundlichen Barkeeper. Der schien seinen Job sehr gewissenhaft zu machen, allerdings leider auch sehr, sehr langsam. Nach 15 Minuten war der Durst auf Bier vergangen und man ließ ohne neues Getränk und trotz Flaschenpfand sein Leergut resigniert am Tresen zurück. Glück für den, der irgendwann mal dran kam.

Der Gesamteindruck „Indie Fresse im Sensor Club“ fiel unter diesen Umständen leider eher weniger gut aus. Der Live-Auftritt von The Clerks mit ihrer Guten-Laune-Performance vermochte den Abend dennoch versöhnlich abzurunden, auch wenn er mit voranschreitender Stunde zunehmend von einer soliden „2+-mit-Sternchen“ zu einem eher „mangelhaft“ abflachte. Ob es lediglich Startschwierigkeiten nach der Sommerpause waren oder ob der Sensor Club in Ehrenfeld aufgrund der Schließungsgerüchte bereits auf den letzten Löchern pfeift, bleibt abzuwarten.

Massive Attack Ende Oktober endlich wieder in Köln!

10. September 2009

Karten sichern, heißt es bei dieser Band, denn Massive Attack haben sich schon lange nicht mehr auf Tournee sehen lassen. Auch die Veröffentlichung des neuen Albums ist inzwischen wohl auf 2010 verschoben worden, nur eine EP, die im Oktober erscheint, gibt mit einigen Songs und dem Titel „Splitting The Atom“ schon einen kleinen Vorgeschmack auf das heißersehnte Werk. Da können Fans nur hoffen, dass die Trip Hopper neben legendären Klassikern wie dem bittersüßen „Teardrop“ auch schon beim Konzert den ein oder anderen neuen Song erklingen lassen. Jede Menge Atmosphäre dürften „3D“ und „Daddy G“ mit ihren düsteren und wunderschönen Melodien auf jeden Fall versprühen, gleich welche Gastsängerin/sänger den Platz hinterm Mikro einnimmt.

Der gewissenlose Mörder Hasse Karlsson, Premiere (9.09.09), Horizont Theater

10. September 2009

Kim Anderson setzt sich eine blaue Strickmütze auf, ist plötzlich zwölf Jahre alt und schreit seine Mutter an, weil er nach draußen spielen gehen will. Im nächsten Moment ist er wieder erwachsen, er stellt sich neben den Diaprojektor in der Ecke, wirft ein neues Bild an die Wand und denkt über die Menschen in seiner Vergangenheit nach. Kim Anderson spielt Hasse Karlsson, den tragischen Helden eines Henning Mankells Roman.
Die wichtigsten Personen in Hasses Kindheitserinnerung sind seine Mutter (Astrid Rempel) und Schwalbe (Janosch Roloff), der heißverehrte Freund aus seiner Jugendzeit. Schwalbe ist anders als alle anderen Kinder, er hat Träume, er will hoch hinaus, er will sich niemals langweilen und vor allem will er eins: Rache üben. Dieser diffuse Spruch aus einem Kindermund, der für seinen Durst nach Rache selbst keine Begründung liefern kann, führt dazu, dass Hasse und Schwalbe ein fatales Spiel beginnen. Ein Opfer muss her, ein Sündenbock, ein Ziel für die grausame Rache des Schwalbe und so legen sich die beiden Jungen auf der Eisenbahnbrücke ihres kleinen Ortes auf die Lauer.

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Drei Frauen betreten in den folgenden Tagen die Brücke. Egal ob altes Weib, entstelltes Mädchen oder religiöse Fanatikerin, sie alle fallen einem Streich der Jungen zum Opfer. Doch von Streich zu Streich gehen Hasse und Schwalbe einen Schritt weiter, werden immer brutaler. Was mit einem harmlosen Scherz beginnt, endet mit einer grausamen Lüge, die einer Frau das Leben kostet.
Doch die Eisenbahnbrücke, nur vom Dia-Projektor an die Wand geworfen, ist nicht der einzige Schauplatz des Geschehens. Immer wieder wird man in Hasses Zimmer versetzt und beginnt zu ahnen, warum die Handlung so eskaliert. Man hört wie die Mutter verzweifelt nach dem Vater schreit, der depressiv im Keller Äpfel schält. Man sieht, dass auch Hasses Mutter hin- und hergerissen ist zwischen der glücklichen Erinnerung an ihre jungen Tage auf See und ihrem Ende als Kellnerin in einer Kneipe. Über den Umgang ihres Sohnes mit Schwalbe, dem Sohn reicher Eltern, kann sie nur verbittert den Kopf schütteln.
Wer Henning Mankell nur von seinen Krimis kennt, sollte keine falschen Erwartungen hegen. „Der gewissenlose Mörder Hasse Karlsson“ lässt schon beim Titel keinen Raum für Diskussionen, wer denn nun der Täter sein könnte. Es geht weniger um kriminalistisches Gespür und eine spannende Handlung, sondern darum, wie Gewalt unter Jugendlichen entsteht, wie sie eskaliert und warum man manchmal nicht mehr zurück kann, auch wenn man das noch so gerne möchte.

Der gewissenlose Mörder Hasse Karlsson, Horizont Theater am Ebertplatz, alle Termine und Zeiten hier!

Die Parties am Wochenende: Electronic Love, Disco Diamant, Treibstoff Klub…

3. September 2009

Das Kölner Nachtleben startet endlich wieder richtig durch und so sollte dieses Wochenende jeder wenigstens für eine Nacht aus dem Haus kommen, egal ob HipHop-Fan, Britpopper, Drum & Bass- oder Electrofreund. Am Freitag gehts bei Defcon & Scope kurz nach ihrem zehnjährigen Jubiläum direkt mit dem nächsten Disco Diamant weiter, doch wem das noch zu wenig HipHop sein sollte, könnte sich bei der La Boom am Samstag wiederfinden, auf der der Berliner Rapper Harris seine DJ-Künste unter Beweis stellt. Um eine der letzten sommerlichen Nächte des Jahres miterleben zu können, sollte man sich am gleichen Abend unbedingt ins Odonien aufmachen. Dort findet mit dem Treibstoff Klub mal wieder eine ordentliche Electroparty statt, die mit Minilogue einen der wichtigsten Technoacts unser Zeit präsentiert. Da das Subway aus seinem „Sommerschlaf“ erwacht ist, lädt auch die Electronic Love nach einigen Wochen wieder ihr junges Publikum zu elektronischer Musik ein.

Wo Köln an diesem Wochenende sonst noch feiern geht, siehst Du hier!