United Respect, LanxessArena, 22. 08. 2009

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Image and video hosting by TinyPicWer an diesem Wochenende über das City-Festival der gamescom gelaufen ist und  keine Freikarten für United Respect in der LanxessArena angeboten bekommen hat, der war eindeutig in der Minderheit. Um am Abend dennoch zu einem beachtlichen Line-Up elektronischer Tanzmusik eine flotte Sohle aufs Parkett legen zu können blieb noch die Investition von 44€ zzgl. Vorverkaufsgebühr. Oder man entschloss sich kurzerhand einfach hinzufahren, um vielleicht am Einlass noch ein, zwei der begehrten Tickets zu ergattern. Wenn man allerdings während einer Viertelstunde vor der LanxessArena gleich dreimal angesprochen wird, ob noch Interesse an Tickets besteht, dann lässt das schon den einen oder anderen Zweifel an der eigenen Abendplanung aufkommen. Man sollte also nicht nach dem Preis fragen und sich anschließend ärgern, dass man für sein Ticket das 3-fache ausgegeben hat.
Das Line-Up an diesem Abend konnte sich dennoch sehen lassen. Neben den Pacha-Residents Axwell und David Guetta aus Ibiza sollten Lexy und K.Paul sowie das Elektro-Urgestein DJ Hell für ordentlich Mucke sorgen. Wer erst zu später Stunde eingerückt ist, hat direkt mal Lexy und K.Paul verpasst, die um Mitternacht die Segel strichen. Die LanxessArena als Location sollte an dem Abend gut besucht sein. Offizielle Meldungen gingen im Voraus von 12 000 Besuchern aus. Damit sollte dieser Event schon besuchertechnisch in einer anderen Liga spielen als ein normaler Samstag in einem Kölner Elektro-Spot. Allerdings ließ der erste Eindruck ziemlich schnell vermuten, dass diese Zahlen an dem Abend dann doch nicht erreicht wurden. Der Stimmung tat´s im Vorfeld keinen Abbruch. Die Licht- und Pyroshows, besonders vorm Auftritt von David Guetta, waren der Hingucker und man spürte förmlich wie jeder auf dem Mainfloor endlich die ersten Beats herbeisehnte. Dabei ging das Motto des Abends “United Respect – The Key Is Humanity” ein wenig in der Erwartungshaltung einer allgemeinen Party-Euphorie unter. Ob nun wirklich zu martialischen Bässen, Feuersäulen und pyrotechnischen Effekten bewegte Bilder von zerbombten Häusern über die drei Riesenleinwände flimmern sollten, während vereinzelt Leute die Bierbecher durchs Bild schwenkten und „Jawoll“ schrien, damit Guetta und Co. endlich auflegen, ist sicher nicht ganz durchdacht gewesen. Und auch die, wie mit dem erhobenen Zeigefinger schwenkenden, „We-are-one-World-Ansagen“ der Robo-Voice wirkten wie beim The Dome für Erwachsene. Klimaschutz, Nächstenliebe und eine Mega-Elektro-Party sollten vielleicht ein wenig anders arrangiert werden.
Aber eine Mega-Elektro-Party war es dann dennoch. Lexy und K.Paul mussten sich ganz schön ins Zeug legen, um die Vor-dem-DJ-Pult-Steher und Kopfnicker zum exzessiven Abdancen zu bewegen. Spätestens als dann aber mit viel Brimborium endlich der Lead-Act David Guetta auf die gut 30 Meter breite Bühne turnte, war die Menge am Ausrasten und Guetta sah sich genötigt, mit einer Klettereinlage auf den Mischpulten die Massen zum Mitklatschen zu animieren, während dem Veranstalter der kalte Angstschweiß auf der Stirn stand. Auch die großspurig angekündigte Tara McDonald sprang auf hochhackigen Schuhen und in rotem Sommerkleid auf dem Tresen hin und her, aber ihr Auftritt geriet ein wenig kurz, sodass die durchaus hörbaren Live-Vocals der begabten Engländerin ein wenig untergingen. Leider konnte das den allmählich spürbaren Verlust an Publikum nicht aufhalten und waren schon nach der mageren Dreiviertelstunde des Berlin-Dresdner Duos Lexy und K.Paul die ersten auf dem Heimweg, wurde es nach Guetta nicht besser. Sein DJ-Kumpel Axwell gab sich alle Mühe aber über mehr als ambitioniertes Pflichtprogramm kam seine Performance nicht hinaus. Die Lücken auf dem zunehmend riesig erscheinenden Dancefloor ließen den Funken nicht mehr richtig überspringen und die Traube der technoiden Discojünger vor der DJ-Kanzel schrumpfte merklich. Wer jetzt noch da war, dem war die Endzeitstimmung auf dem Mainfloor völlig egal oder gerade recht, der wollte DJ Hell an den Knöpfen schrauben hören. Bis sechs Uhr hielt der harte Kern durch, dann begannen die ersten betrunkenen Partygänger Pfand zu sammeln, um sich mit dem Taxi nachhause chauffieren zu lassen. Wer jetzt noch nicht genug hatte, der konnte sich noch die Afterhour im Nachtflug geben oder bei milden Wetter nachhause schlendern.
In Erinnerung bleibt ein eigentlich perfekt organisierter Mega-Event. Nichts erregte Grund zum Anstoß, die Akustik war überdurchschnittlich für die Größe des Spots, man musste nirgends unzumutbar lange anstehen, es konnte geraucht werden und war nicht zu warm, vor allem das Line-Up war top, Lichtshow und Gesamteindruck einmalig. Aber am Ende fehlte eben der besondere Finger-Schnipp, das absolute „Wow-war-das-ne-Nacht-Gefühl“ kam am Morgen danach jedenfalls nicht auf.

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