Die c/o pop am Mittwoch: Moderat

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Ein dumpfer Ton durchdring das Gloria. Auf einer Leinwand an der linken Seite des Raums erscheint die schwarz-weiß Aufnahme eines Walds. Der tiefe Bass verändert sich in eine zarte Melodie, das Publikum beginnt vereinzelt zu jubeln, doch Moderat lassen noch auf sich warten. Eine Stunde, um genau zu sein, ertönt lediglich ein etwas leise gehaltenes Set von zwei Jungs, die am Rand der Bühne stehen und wohl auch nicht so viel zur Sache tun. Die Leinwand zeigt im Laufe der 60 Minuten Kinder die ihren Heimweg von der Schule antreten und Menschen die Luftballons steigen lassen. Insgesamt sind diese Bilder schon beeindruckend, jedoch nichts im Vergleich zu den Visuals die Pfadfinderei später auf die Leinwände auf der Bühne projizieren soll. Kurz nach 22 Uhr ist es dann soweit: Monomentale Töne erklingen und hinter den Leinwänden erscheinen Schatten, die auf Gernot Bronsert und Sebastian Szary (Modeselektor) und Sascha Ring (Apparat) schließen lassen. Sekunden später beginnt endlich das Konzert mit dem gleichen Track, mit dem auch das Album „Moderat“ startet: „A New Error“ eklingt, etwas zu leise, durch das ehemalige Theater, untermalt von rhythmischen Handgesten, die besagte Pfandfinderei auf die Leinwände wirft. Das Publikum ist schon jetzt voll dabei und war es eigentlich auch schon vor einer Stunde.

Dubstep- und Breakbeats lassen nicht wirklich erraten um welchen Track es sich in den folgenden Minuten handeln soll, doch als „Rusty Nails“ beginnt und Apparat zum Mikro greift, spielen Moderat den heimlichen Hit des Abends. Und kurz danach: Der Kurzschluss. Das Soundsystem setzt aus und nicht nur auf der Bühne wird kurz inne gehalten. Doch Moderat überspielen diese kleine Panne gekonnt und stellen sich und ihre Helfer kurzerhand unter Jubeln seitens des Publikums vor. Fünf Minuten später ist auch schon wieder alles repariert und das Spektakel irgendwo zwischen Downtempo und ins-Gesicht-Rave geht weiter. Immer wieder mit dabei: 3D Visuals,  Aufnahmen von z.B. an Baumstämmen zerspringenden Regentropfen und das Synthie-Thema von „Seamonkey“, welches das Publikum eine regelrechte Party feiern lässt.


Hämmernde Bässe, kurze, ruhige Parts und dann wieder hämmernde Bässe: Moderat wissen wie man ein elektronisches Konzert aufbaut und halten das volle Gloria damit in Schach. „Einmal kommts noch rein und dann wieder raus!“ kündigt Gernot Bronsert den letzten Teil des offiziell letzten Tracks an und die Menge vor der Bühne weiß damit umzugehen. Natürlich wird um eine Zugabe gerufen, die mit dem bouncigen „Slow Match“ auch noch einmal richtig abgehen soll. Ganz zum Schluß ertönt ein Song, den Moderat bei ihrer Tour „bis jetzt nur vier oder fünf Mal gespielt haben“ und schließt somit eins von insgesamt vier c/o pop Eröffnungskonzerten ab, die leider alle gleichzeitig in verschiedenen Spots stattfanden. Aber auch wenn das Konzert ein wenig schleppend und viel zu leise startete, nicht nur die wirklich beeindruckenden Bildvorführungen machten dieses Konzert insgesamt zu einem gelungenen Opening.

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Eine Antwort to “Die c/o pop am Mittwoch: Moderat”

  1. theodore Says:

    Ähm, das waren nicht 2 „Jungs“… Das nächste Mal vielleicht auch mal ein paar Schritte nach vorne gehen 😉
    Ansonsten stimme ich zu, Sound war irgendwie sehr leise und dünn zu Beginn.

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