Archive for Mai 2009

Konzert Highlights in Köln und Umgebung

31. Mai 2009

Hier gibt es wieder den Überblick für die besten Konzerte der nächsten Wochen + Freikarten!

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Dein Wochenende in Köln!

28. Mai 2009

Für alle, die unseren Nachtleben Newsletter noch nicht abonniert haben, können sich hier die Tipps fürs Wochenende ansehen. Außerdem verlosen wir wie immer viele Freikarten, z.B. für die Silberschwein, Mittanzgelegenheit, I love Pop…

Kölner Kulturevents die sich lohnen!

24. Mai 2009

KandinskiDie besten Kulturevents auf einen Blick in unserem aktuellen Newsletter-Magazin: Hier für alle, die ihn noch nicht abonniert haben!

Freikarten für die Electronic Love, Art of House, I love Pop…

19. Mai 2009

Hier gibt es den aktuellen Nachtleben Newsletter mit zahlreichen Tipps + Freikarten für die Partynächte rund um Christi Himmelfahrt — http://eepurl.com/bm2y

Nine Inch Nails in Düsseldorf

19. Mai 2009

Obwohl wergehthin.de sich zur Zeit (noch!) auf Events in Köln konzentriert, wollen wir euch natürlich auch empfehlenswerte Veranstaltungen in der näheren Umgebung nicht vorenthalten. Deswegen an dieser Stelle der besondere Hinweis auf das Nine Inch Nails-Konzert in der Düsseldorfer Philipshalle. Image and video hosting by TinyPic
Multiinstrumentalist und bei Albumaufnahmen meist einziges Mitglied der Band Trent Reznor besucht Deutschland im Juni mit Live-Unterstützung für zwei Auftritte. Der Mann, der den Industrial mit Songs wie „Head Like A Hole“ oder „Sin“ beinahe im Alleingang in der Musikwelt etablierte, ist bei seinen Konzerten für extreme Bühnenpräsenz, ein entfesseltes Publikum und exzellente Akustik bekannt. Das neue Album „The Slip“ ist nur im Internet erhältlich und hier für euch kostenlos und in voller Länge herunterladbar!

Nine Inch Nails, Philipshalle Düsseldorf, 29.06., 20.00 Uhr, Tickets ab 42 Euro

Das Ende für die Scham, die Freiheit für die Vulva

19. Mai 2009

In Mithu Sanyals Neuerscheinung “Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts“ befasst die 38-Jährige sich eingehend mit der Kulturgeschichte des weiblichen Geschlechtsorgans. Kein Wunder also, dass sich vor den Türen des Kulturbunkers Mülheim zu ihrer Lesung hauptsächlich Trägerinnen eben dieses Geschlechtsorgans eingefunden haben. Doch deren Geduld wird erst einmal auf eine kurze Probe gestellt: Am Eingang prangt ein weißes Schild, die Veranstaltung ist kurzfristig um eine Stunde verschoben worden. Was weiter kein Problem darstellt, denn das Café des Kulturbunkers, das eine halbe Stunde vor der Lesung dann auch die Autorin mit einem sympathischen Lächeln betritt, bietet mit netter Atmosphäre und einer kleinen, aber feinen Auswahl an Gerichten einen Unterschlupf für die Wartenden. Image and video hosting by TinyPic
Punkt 8 nimmt die zierliche Schriftstellerin ihren Platz am Schreibtisch und vorm fast voll besetzten Publikumssaal ein. Während letzte Anstrengungen unternommen werden um die Lichtverhältnisse zur Zufriedenheit aller zu optimieren (bis Autorin und Publikum sich schließlich auf so-gut-wie-dunkel einigen) werden an die Wand Werke von Künstlerinnen geworfen, die sich visuell mit dem Thema „Vulva“ beschäftigen. An Sanyals Seite: Wera Reusch, Redakteurin der Stadtrevue, die sich kurzfristig dazu bereit erklärt hat, mit ihrer Leitung aus der Lesung ein Gespräch zwischen Autorin und Publikum zu machen und immer wieder interessante Informationen einstreut. Wie zum Beispiel die, dass am selben Tag auf der Schwäbischen Alb die älteste bekannte Menschendarstellung gefunden wurde: Eine 33 Gramm schwere Frauenfigur mit einer überdimensionierten Vulva. Sanyal, die in ihrem Buch über die bisher ältesten menschlichen Figuren, die ebenfalls Frauen darstellten, berichtet, nutzt diesen Einstieg zur Untermauerung ihrer Hauptthese: Dass das weibliche Genital in früheren Zeiten als anbetungswürdig und heilig galt und erst im Laufe der Geschichte durch den von ihr „Shaming and Naming“ genannten Sprachumgang als unbedeutend degradiert wurde. Im Gegensatz zur gerne von der großbritannischen Regierung angewandten Politik des „Naming and Shaming“, bei der Straftäter öffentlich bekannt und damit oft zum Ziel tätlicher Übergriffe gemacht werden, kommt bei der Benennung der weiblichen Geschlechtsorgane die Scham zuerst- und richtet enormen Schaden beim „Naming“ an. Sanyal liefert einige erstaunliche Schadensberichte: von Eltern, die ihren Töchtern das- im übrigen medizinisch korrekte- Wort Vulva nicht als Bezeichnung für ihr Geschlechtsorgan beibringen wollen, um zu verhindern, dass sie „liderlich“ werden, bis hin zu Akademikerinnen, die zwar alle einen Penis, keine einzige aber eine erkennbare Vulva zeichnen können. Image and video hosting by TinyPic
Mithu Sanyal wehrt sich entschieden gegen die auch von Freud und Barthes vertretene These „hast du keinen Penis, hast du kein richtiges Geschlechtsorgan“. Mit glühendem Eifer zählt sie Beispiele aus anderen Kulturen und vergangenen Zeiten auf, die beweisen, dass der Umgang mit der Vulva einst ein anderer war und auch heute ein anderer sein kann. Mythen der alten Griechen, die von der Rettung ganzer Länder durch das Entblößen einer Vulva berichten, führt sie ebenso an wie biblische Beispiele und Reiseberichte aus anderen Ländern. Und ganz klar sendet sie die Botschaft aus: Wenn ihr etwas am Umgang mit der Vulva ändern wollt, müsst ihr erst ändern, wie ihr darüber redet. Denn wenn sogar von Medizinern und Feministinnen die Vulva (also das gesamte weibliche Geschlechtsorgan) permanent mit der Vagina (dem buchstäblichen Eintrittsloch) verwechselt wird, so Sanyal, beschneidet schon die Sprache ihre Bedeutung. Mit ihren auf dem Teppich gebliebenen feministischen Ansätzen, vor allem aber mit ihrer sympathischen und offenen Art, dürfte die Autorin nach fast zwei Stunden einige ihrer Zuhörerinnen vom neuen Vokabular überzeugt haben- wie ihr an der stilistisch nicht ganz feinen, dafür im Sinne Sanyals aber korrekten Mehrfachnennung des Begriffs „Vulva“ in diesem Bericht vielleicht bemerkt habt, mich auf jeden Fall.

Mithu Sanyal, Lesung am 13.05.09, Kulturbunker Mülheim

Bodi Bill – Konzertbericht

11. Mai 2009

Das waren also mal wieder Bodi Bill.  Anderthalb Stunden lang Rave-Konzert und Euphorie im Publikum sowie auf der Bühne. In selbstgeschneiderten Flohmarkt-Anzügen nehmen die drei Berliner mit einer Stunde Verspätung ihre Plätze hinter den Macbooks ein. Die ersten sphärischen Klänge sind zu hören, der erste Beat wird durch Knopfdruck gestartet, die ersten Visuals laufen im Hintergrund ab. Während Anton, Alex und Fabi gerade erst ankommen, wird vor der Bühne schon wie wild gezappelt. „One or Two“ eröffnetet nicht zum ersten Mal eine Bodi Bill Performance und auch „Tip Toe“ und „Traffic Jam“ bietet Kennern nichts Neues. Doch langsam will der Funke überspringen. Die an die Wand geworfenen Visuals passen immer besser zur Musik, Fabian beginnt energievoll einen unbekannten Song zu singen und Anton kann seine abgehackten Tanzbewegungen nicht mehr zurück halten. „Ihr seid alle so locker“, merkt Alex nach einer Weile, „das ist der Unterschied zwischen Köln und Berlin“. Recht hat er wohl, denn das Publikum unterscheidet sich in beiden Städte frappierend.
Berlin: die Szene rund um Sinnbus. Die Leute kennen sich, schütteln Hände, nicken mit dem Köpfen und tanzen, aber feiern das Ganze irgendwie in einer anderen Dimension. Bodi Bill sind hier ja nicht erst seit gestern bekannt.
Köln: stark gemischtes Publikum, große Altersunterschiede, kleine Gruppen. Der Großteil scheint bei der Tour mit Polarkreis 18 aufgegabelt worden zu sein und bejubelt jeden Ton, den die Jungs durch die Boxen jagen. Alle haben Spaß, sind die tief drin im teilweise hart-ausartenden Electro, doch irgendwie fehlt das Besondere. Es fehlt der Überraschungsmoment, den es im Berliner Lido gab, als plötzlich Pappkartons ins Publikum geworfen wurden. Es fehlt die besondere Location, die die Dachterrasse auf dem Weekend zu bieten hatte. Situationen, in denen sich Fabian ins Rave-Getummel vor der Bühne stürzt oder zu der Zeile „Take hold of my hand“ die Hände der erste Reihe schüttelt, sind nett, rufen in mir jedoch ein Déjà-vu hervor.
Die Innovation, die Bodi Bill unter anderem mit ihrer „Clubkultur und Folkästhetik“ an den Tag legen, scheint etwas verblasst zu sein. Trotzdem feiert das Publikum und will einfach nicht aufhören. Die instrumentale Zugabe „Small Sorrows, Great Songs“ kam zwar auch schon mal besser rüber, reißt das 3/4 volle Luxor aber erneut mit. Es folgt minutenlanger Applaus vom Publikum und bedauernde Gesichtsausdrücke auf der Bühne. „Wir können wirklich nur noch Danke sagen. Wir haben einfach nichts mehr vorbereitet. Wenn wir noch was spielen sollen, müssen wir was wiederholen“ Erbarmend fragen Bodi Bill dann, welches Lied man denn gern nochmal hören möchte. Entschieden wird sich für den Opener „One or Two“, was Fabi nicht so richtig glauben will. Die Konzertgänger feiern damit aber die letzten Momente eines soliden, trotzdem nicht überraschenden Auftritts.

123 Rakete

10. Mai 2009

An diesem Freitag sollte es also endlich mal zur 123 Rakete ins Studio 672 gehen. Die Erwartungen waren meinerseits hoch, denn die Fotos auf ihrer Myspace Seite zeigen alles was man sich für eine gute Party wünscht: Schöne Deko, schöne Menschen, schön volle Tanzfläche unterlegt in schönen Farben. Auch die Mixe von Joscha und Alex (Dip Some & Starv Vader) machten mich neugierig. Guter Dinge sollte es also Richtung Stadtgarten gehen.
Auf dem Weg dahin mussten wir uns erstmal an dem Mob vorm Stadt Venlo vorbei drängeln, denn die Tschöö Venlo Party war besser besucht, als ich es erwartet hätte. Da stellte sich natürlich die Frage: „Na,wie wird’s dann wohl im Studio aussehen?“ Und die Antwort sollte bei der Ankunft auch erstmal „Nicht gut“ heißen. Veranstalter Joscha blieb trotzdem optimistisch und erwartete die meisten Partygäste erst nach 2 Uhr. „Wenns im Venlo so voll ist, dann kommen die meisten lieber hierher. Aber die Angst dass es sich nicht füllt bleibt trotzdem. Bei jeder Party, die man veranstaltet.“
Nach einem kurzen Gang zur Toilette sah die Tanzfläche dann schon etwas voller aus. Joschas Vermutung bestätigte sich und ab 2.30 Uhr trödelten immer wieder kleine Gruppen zu Tür rein, zu denen neben etwas prolligen Partygästen natürlich auch die „wichtigsten“ Szene-Leute gehörten. Die wenigstens blieben dabei so unbeteiligt am Rand sitzen wie meine Begleitung und ich. Das Motto der 123 Rakete „May We Be Dancin“ verwandelte sich für mich in die Möglichkeit „Maybe we dancin“, nachdem ich meinen Vodka Red Bull intelligenter Weise über mein weißes Oberteil+Jeans verschüttet hatte. Wäre mein Outfit fleckenfrei geblieben, hätte ich mich von der Musik sicherlich auch zum Tanzen überreden lassen. Die Electrosounds des Abends enthielten eine gute Mischung aus Hip Hop, 90ern und undefinierbaren Samples und machten sogar von der Sitzecke des Studios aus Spaß.
Mit meinem Fazit „Die Party war zwar nicht übermäßig voll, aber gut und alle haben gefeiert“ verabschiedeten wir uns gegen 5 Uhr von der 123 Rakete. Auf meinem Heimweg über die Ringe hatte ich dann noch ein Erlebnis der Kategorie „What the fuck?!“. Als ich vor der allseits bekannten Klapsmühle ohne Vorwarnung gefragt wurde: „Entschuldigung. Lust auf einen One Night Stand?“, verteufelte ich die Party-Kneipe mit Dauer-Karnevalsstimmung nicht zum ersten Mal und freute mich nur noch aufs Bett.

Phantomschmerz – Filmkritik

5. Mai 2009

Unsere Praktikantin Anja hat sich letzte Woche den neuen Til Schweiger-Film ‚Phantomschmerz‘ angesehen. Die Langhaarperücke von Schönling-Til konnte sie aber wegen fehlendem Inhalt nicht überzeugen. Lest selbst:

Mark Somner (Til Schweiger) lebt für seinen Sport. Für den Rennradfahrer sind Frauen Bettgeschichten, er jobbt nur um Geld zu haben und in der Beziehung zu seiner Tochter Sarah (Luna Schweiger) kann er ihre Erwartungen nicht erfüllen Was er gut kann sind Geschichten erzählen und Rad fahren. Als er nach und nach seine Jobs und dann auch noch ein Bein verliert muss Mark sein Leben neu ordnen. Immer zur Seite steht ihm sein bester Freund Alexander (Stipe Erceg) und auch die neue Bekanntschaft zu Nike (Jana Pallaske) scheint eine Konstante in Marks Leben zu werden. Doch bis dahin, ist es ein langer Weg.
Til Schweiger mit langen Haaren ist für den ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig, doch passt es zu seiner Figur des Workaholics. Was dem Film fehlt ist Marks Auseinandersetzung mit seinen Problemen. Nach der Amputation des Beins verarbeitet Mark den Schmerz mittels Ironie. Muss er doch jetzt nur noch die Hälfte der Pediküre bezahlen. Viel zu schnell akzeptiert Mark den neuen Lebensumstand, die Phase der Rhea wird komplett übersprungen und Geldprobleme, wegen der Miete oder dem neuen Bein löst der wohlhabende Freund Alexander, bei dem er auch übergangsweise unterkommt. Konflikte werden schnell gelöst, Nike scheint sehr verständnisvoll und auch die Tochter ist wieder schnell von ihrem Papa begeistert, erzählt er doch so gute Geschichten.
Wirklich überzeugen kann vor allem die Musik, die wie für den Film geschrieben scheint. Zusammen mit einzelnen Landschaftsaufnahmen entstehen stimmungsvolle Momente.
Nach 97 Minuten bereut man zwar nicht den Film gesehen zu haben, jedoch fehlt einem das gewisse Etwas.

Michel Birbaek im Stadtgarten

5. Mai 2009

Lesung Michel Birbaek im Stadtgarten Köln, 29.04.09

Man erwartet vor den Türen dieser Lesung ein Heer von Frauen: gut gestylt, Mitte dreißig, Single oder mit ihrem noch engagiert werbenden Lebensabschnittsgefährten im Schlepptau. Schließlich schreibt Michel Birbaek (sprich: „Mikel“) seine Kolumnen für Zeitschriften wie Allegra, Maxi oder Woman. Doch der Blick in die entspannt wartende Zuschauermenge hält einige Überraschungen bereit: Im dämmrigen Rotlicht des Konzertsaals lassen sich nicht nur Pärchen ausmachen, ab und an sind tatsächlich gleich mehrere Plätze nebeneinander von männlichen Zuschauern besetzt.Image and video hosting by TinyPic

In seinen Romanen „Beziehungswaise“ oder „Wenn das Leben ein Strand ist, sind Frauen das Mehr“ sorgt sich Michel Birbaek mit einem Augenzwinkern um so gewichtige Themen wie die große Liebe, wie man sie erkennt und wie man sie hält, wenn man sie denn gefunden hat. In dem Comedy-Sitdown-Programm, mit dem der Ex-Musiker zur Zeit durch Deutschland tourt, stehen aber seine Kolumnen im Vordergrund, in denen er mit Witz und leicht überspannt Situationen bespricht, die jedem von uns bekannt vorkommen. Der ein oder andere Zuschauer dürfte auf Grund mangelnder Erfahrung die Probleme in Texten wie „Zu alt für mein Leben“ zwar vielleicht nicht gänzlich nachvollziehen können. Wenn Birbaek sich „Beziehungszombies“ und „Jein-Sagern“ widmet, wissen aber alle, wovon er spricht: Menschen wie Birbaeks beste Freundin Susi, die in Beziehungen für Freunde unerreichbar werden und zu Beziehungszombies mutieren oder Bekannte, die sich nie richtig auf eine Beziehung einlassen, sie aber auch nicht beenden können, veranlassen den Mittvierziger zu aufgeregten Fragen in den Zuschauerraum. Dabei bekommt man zwar kaum besonders Neues oder Brillantes zu hören, die typischen, altbekannten Probleme werden aber so witzig aufbereitet, dass man sich ein „Das-kenn-ich-doch-nur-zu-gut“-Schmunzeln nicht verkneifen kann.
Dass der bereits angekündigte und vom Publikum erwartungsvoll begrüßte Text über die sehr spezielle weibliche Gattung der „Tussi“ dann doch noch im Hotel liegt, machen eine angestrengte Manuskriptsuche auf der Bühne und das sympathische Auftreten des Autors schnell wieder wett.
Für Stimmung im Publikum sorgen aber vor allem die Tonaufnahmen, die Michel Birbaek zwischen seinen Kolumnen abspielt. Auf ihnen stellt er Kindern verschiedene, teilweise sehr erwachsene Fragen und erhält ganz im Dingsda-Stil mal mehr, mal weniger eloquente aber meist sehr erheiternde Antworten.