Theater, Filmfestivals & Ausstellungen in Köln..

9. November 2009 von supermedchen
FotoDer Gehalt des Fernsehprogramms scheint ständig zu sinken – wo man auch hinzappt, strahlen einem nichts als schlecht gespielte Supernannies, Angeklagte und Schuldnerberater entgegen. Kein Wunder, dass intelligente Shows rar, aber sehr gefragt sind. Wie zum Beispiel das scharfzüngige WDR-Polit-Kabarett Mitternachtsspitzen. Wo und wann man an die begehrten Karten zur Liveshow im Alten Wartesaal kommt, erfährst Du in diesem Magazin. Auch auf der Bühne lassen sich nur selten wirklich neue Ideen finden, doch eine davon hat der Raketenklub zurzeit zu bieten: In Alien 5.0 wird die schöne Hollywood-Glitzerwelt mit Horrorfilm-Szenarien konfrontiert und offenbart tiefe Einsichten in ihre Nachtseiten. Wer doch eher Lust darauf hat, seine Seele beim Trödel baumeln zu lassen, der darf die Kuchenplatte nicht verpassen, bei der am späten Nachmittag frische Waffeln, Platten und Klamotten feil geboten werden. Weitere aufheiternde Unterhaltung für düstere Novembertage findest Du wie immer in unserem Kunst & Kultur-Magazin, mit vielen Freikartenverlosungen zu Theaterstücken und Filmfestivals.

Gefährliche Liebschaften im Theater am Sachsenring – Letzte Inszenierung!

6. November 2009 von 8annika8

Zwei Frauen vergewaltigen einen Mann. Die eine setzt sich auf sein Gesicht, während die andere ihm unverfroren und mit Ankündigung den „Finger ins Arschloch steckt“, der Arme windet sich, er schreit, doch aus der vaginalen Hölle gibt es kein Entkommen. Dies ist nur eine von vielen vor Erotik berstenden Szenen in der Inszenierung der Gefährlichen Liebschaften am Theater am Sachsenring. Mit Choderlos de Laclos Briefroman greift Regisseur Joe Knipp auf eine literarische Vorlage aus dem Jahr 1782 zurück, die mehr Sex- und Genderdiskussionen bietet, als alle Sex and the City-Folgen zusammen.
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Die Geschichte der Marquise Isabelle Merteuil, die sich als unverheiratete Adlige mit eben so viel Hingabe ihrer Lust hingibt wie ihren intriganten Spielereien, wurde schon häufig für den Film überarbeitet. Glenn Close und John Malkovich stritten sich über Michelle Pfeiffer, zehn Jahre später trieb Sarah Michelle Gellar ihr laszives Spiel mit Ryan Phillippe und Reese Witherspoon und stürzte damit Millionen Mädchen in einen pubertären Weinkrampf vorm Fernseher. Ein Stück, das schon oft adaptiert und interpretiert wurde und deswegen auf modernen Bühnen heute häufig nur noch sehr abstrakt umgesetzt wird.
Von einer modernen Umsetzung mit Stoffpenisen und Hasenkostümen, wie sie Anfang des Jahres im Deutschen Theater Berlin aufgeführt wurde, hat sich das Ensemble am Sachsenring dankenswerterweise ferngehalten. Nichts als ein Klavier, auf dem Valmont immer wieder spielt, und ein paar Sitzgelegenheiten, die ständig verrückt und herumgeschleudert werden, zieren die Bühne. Auch die drei Schauspieler tragen keine ausgefallenen Kostüme: Die Marquise de Merteuil (Rebecca Madita Hundt) trägt ein kurzes Schwarzes, hochgeschlossen aber verrucht bis zur Hüfte geschlitzt, der Vicomte de Valmont (David Koch) nimmt in einfachem Beinkleid und altmodischem Rüschenhemd am Klavier Platz. Nur Katja Gorst, die in kurzem Tüll-Kleidchen auf die Bühne tritt, greift neben ihrem knappen Outfit immer wieder zu einem schwarzen Tuch und wechselt mit diesem ihre Rolle. Trägt sie das Tuch um die Schultern und die Haare offen, ist sie Madame Trouvel, die fromme und treue Frau einer der ehemaligen Geliebten der Marquise de Merteuil. Ständig versucht und verführt von Valmont, der sich das Ziel gesetzt hat, sie seiner Trophäensammlung hinzuzufügen, bleibt sie lange standhaft. Cecile de Volanges hingegen, in die sich Katja Gorst verwandelt, wenn sie das Tuch ablegt und sich ihre Haare zu Zöpfen links und rechts am Kopf zusammengebunden hat, hat dem leidenschaftlichen Stürmen des Vicomtes nicht so viel entgegenzusetzen. Gerade erst 15 und ebenso naiv-dümmlich wie sie langsam ihren Text rezitiert, kann sie sich dem nächtlich eindringenden Vicomte nicht erwehren, worauf Vergewaltigungsszene Nummer Zwei folgt.
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Sowieso wird in dem Stück gevögelt, was der alte Choderlos hergibt: Der Vicomte mit der Trouvel und dem kleinen Naivchen, obwohl er ja ursprünglich die Marquise will, die aber ist mit dem Danceny zu Gange, der seine Finger auch im Höschen der jungen Cecile hat. Dass bei solch ungeheuerlichem Hedonismus und bitterbösem Intrigenspiel kein Happy End herauskommen kann, ist vorgezeichnet. Und so kommt es, wie es kommen muss: Der Vicomte erhält von Danceny die Aufforderung zum Duell, kaum hat er den Brief geöffnet, sinkt er auf der Bühne des Sachsenrings in seinem Stuhl zusammen. Übrig bleibt die Marquise Merteuil, die dem Publikum starr gerade ausblickend in wenigen – den letzten – Worten des Stückes, ihre eigene Zukunft nach dem Tod des Vicomtes schildert: Ihr schönes Gesicht von den schwarzen Pocken zerfressen und ausgestoßen aus der Pariser Gesellschaft, findet sie ihr wohlverdientes Ende in der Isolation.
Den Schauspielern des Ensembles am Sachsenring bieten die Gefährlichen Liebschaften eine letzte Möglichkeit gemeinsam aufzutreten, bevor das Theater im Dezember aus Finanzierungsproblemen schließen muss. Und mit ihrem körperbetonten, vor allem auch unter der Gürtellinie glaubwürdigen Spiel beweisen sie, dass in wenigen Wochen nicht nur eine wunderschöne Location, sondern auch ein begabtes, aufeinander eingespieltes Ensemble sein Zuhause verliert.

Kasabian

6. November 2009 von birthek

„Die Synergie oder der Synergismus bezeichnet das Zusammenwirken von Lebewesen, Stoffen oder Kräften im Sinne von „sich gegenseitig fördern“ bzw. einen daraus resultierenden gemeinsamen Nutzen.“ Beim Konzert ist der Genuss der gemeinsame Nutzen. Wenn Band und Publikum wollen, können sie gemeinsam sehr viel mehr rausholen, als gute Abendunterhaltung. Und bei Kasabian im Speziellen stimmte an diesem Mittwoch in der Live Music Hall einfach die Kommunikation.
Image and video hosting by TinyPicNatürlich waren die vier Briten viel zu spät. Selbst diejenigen, die das musische Viertel ernstgenommen hatten (das ja im Gegensatz zum akademischen Pendant gerne einmal ein- bis eineinhalb Stunden dauern kann), akzeptierten schon fast den DJ als Haupt-Act, der mutterseelenallein vor dem Monster-Equipment von Kasabian seine Plattenspieler – sehr souverän – mit ziemlich guter 60s Mukke belegte. Bis dann doch noch die Band eintrudelte, ganz lässig mit dem Auto durch das Vordertor, und sich nach einem gefühlten Zweitages-Soundcheck auf die Bühne begab. Außer ein paar fliegenden Bierbechern, die auch als jugendlich-überschäumender Enthusiasmus gewertet werden konnten, war aber ab der ersten Note des B-Seiten Songs „Julie and the Mothman“ kein Groll mehr zu spüren.
Irgendwie war alles sympathisch. Sogar die LMH selbst – nicht meine Lieblings-Location, nicht für Parties und bestimmt nicht für Konzerte – hatte trotz mäßigem Klang, der angestrengt verheimlichten Dorfdiskoatmosphäre und den völlig realitätsfernen Getränkepreisen fast ein bisschen Charme.
Beim zweiten Stück, „Underdog“, hatte sich der Raum gut ge- aber keineswegs überfüllt. Und das mit einem unterhaltsam gemischten Publikum. Sowohl alters-, stil- und motivationsmäßig war hier alles vertreten – vor allem bezeichnenderweise überproportional viele Engländer. Spätestens beim tanzbar-beklemmenden „Where Did All The Love Go?“ wuchs die heterogene Versammlung dann zu einer Masse zusammen, an der sich Sänger Tom Meighan – ganz ungewohnt im Militärlook, frisch frisiert, mit langem Ledermantel – sichtlich anzutörnen begann. Und sein Spaß an der ausrastenden Menge hielt den ganzen Abend. Steigerte sich sogar noch zu punktuell angedeuteter Verlegenheit, auf die das Publikum seinerseits mit noch mehr Gejohle reagierte. Seine Kollegen hielten erst noch ein wenig zurück, mit Ausnahme von Ian Matthews, der wirkte wie Animal von den Muppets. Jay Mehler schien hinter seiner Sonnenbrille latent genervt, Chris Edwards musste sich auch erstmal eingewöhnen und Hauptsongschreiber Sergio Pizzorno kam trotz lautstarken Liebesbekundungen (erwachsener) weiblicher Zuschauer merkwürdig schüchtern rüber. Das war allerdings schnell passé und tat außerdem dem Charisma der Band sowieso keinen Abbruch. Mit einer Selbstüberzeugung, wie man es bei Auftritten von z.B. Oasis erwarten konnte (ach, vergessen: „Oasis have gone. WE are the biggest Band in Britain now!“), gaben sie dem Publikum genau das, was es wollte. Und das bedankte sich bei jedem einzelnen Stück mit frenetischem Jubel. Selbst bei denen, die auf CD eigentlich weniger eigenständig funktionieren wie die Krautrock-Reminiszenz „Swarfiga“. Nicht zu halten waren die Leute dann bei „Fire“ und „Vlad The Impaler“, die live die Erwartungen noch doppelt übertrafen. Erwartungsgemäße Euphorie auch bei „Club Foot“ und vor allem dem Hit der ersten Platte, „L.S.F.“, das – ganz klar – die Zugabe als Sahnehäubchen abschloss und der Gruppe den gebührend tosenden Abschied verschaffte. Draußen hatte fast jeder noch den ein oder anderen Refrain auf den Lippen. Kasabian für Kopf und Füße eben. Von diesem Abend dürfte tatsächlich jeder etwas gehabt haben.

Juliette Lewis, Röyksopp, Söhne Mannheims und Muse in Köln…

1. November 2009 von supermedchen
Frauenpower herrscht in diesem Monat im Kölner Konzertbereich: Juliette Lewis, die durch psychotische Filmrollen á la „Natural Born Killers“ schon lange zur Kultfigur geworden ist, heizt der LMH mit neuem Album und freakig-erotischer Bühnenshow ein. Mehr auf Atmosphäre und Visuals denn auf ihren Sexappeal setzen hingegen Muse, die sich mit den Queen-Reminiszenzen auf ihrem letzten Album zwar bei einigen Fans Sympathiepunkte verspielt haben, aber immer noch eine der fesselndsten Live-Bands der Welt sind. Da das Angebot an erstklassigen Konzerten in den nächsten Wochen riesig und hier ganz einfach nicht genug Platz ist, um sie alle zu nennen, sollte Dein Blick auf jeden Fall nach unten in diese Ausgabe wandern, wo auch einige Freikartenverlosungen auf Dich warten. So kannst Du Dir zum Beispiel den Eintritt zum Auftritt der Norweger von Röyksopp oder zur energiegeladenen Show von Jennifer Rostock sparen. Die besten Konzerte der nächsten zwei Wochen findest du im Konzert-Magazin.

Reim in Flammen jubiliert im Stadtgarten

1. November 2009 von 8annika8

Normalerweise regnet es rote Rosen für den Gewinner des Poetry Slams Reim in Flammen, für Tobias Kunze, um es vorweg zu nehmen, diesmal nur rohen Applaus, aber dafür reichlich.
Die eigentlich im Tsunami Club ansässige Dichterschlacht machte gestern einen Ausflug nach dem Westbahnhof, genauer: In den Stadtgarten. Und das war auch ganz gut so, denn der kleine Südstadtclub wäre wohl auch aus allen Nähten geplatzt.
Grund für den Andrang war der Geburtstag des Slams, der seit fünf Jahren an jedem letzten Dienstag im Monat fest im Kalender der kleinen, feinen, aber vor allem wachsenden Slammer-Gemeinde eingetragen ist. Und es gab viele Geburtstagsgäste, die der Begeisterung nach zu urteilen auch in Zukunft häufiger vorbeischauen werden.
Mit rund 400 Leuten war der Stadtgarten ausverkauft. Wohl dem also, der sich schon im Vorverkauf eine Karte besorgt hatte und sich dann an der Schlange der Wortbegeisterten vorbeischummeln durfte. Für alle anderen hieß es warten, auch, weil organisatorische Engpässe zu einem verspäteten Einlass und latent schlechter Stimmung geführt zu haben schienen. Das war allerdings schnell vergessen. Der bunte Zuschauerhaufen entspannte jedenfalls zunächst auf dem Boden und harrte der Dinge, bevor Moderator und Mitinitiator des Reim in Flammen, Tibatong alias Benjamin Weiß anscheinend etwas verunsichert von der Menschenmenge, eine Begrüßungsformel ins Mikro stotterte und danach zur Erholung erst einmal die Opener und in Köln gerade omnipräsente Hip Hop-Combo <i>Dickes B</i> ankündigte. Nach drei-vier Stücken übergab Dickes B-MC Cem die Turntables an den Reim in Flammen DJ Tommy Licious und die beiden „Dicken“, Max und Macka, die Mikrofone an den gefestigten Tibatong und seinen Sidekick Florian Cieslik. Er repräsentiert seit 2008 als national erfolgreicher Slammer das Reim in Flammen-Team auf dem Posten des „Außenministers“.
Die Teilnehmer für den Jubiläums-Slam waren erlesen: Vizeweltmeister und amtierender deutscher Meister Sebastian 23, der zweimalige deutsche Meister in der Kategorie Rapslam Tobias Kunze, WDR Poetry Slam Gewinner Philipp Scharrenberg, Sulaiman Masomi, Andy Strauß, Anke Fuchs – Kölns erfolgreichste Slammerin und Moderatorin der Lesebühne Poetry Bites, Clara Nielsen und der dreimalige Reim in Flammen Gewinner Robert Targan waren angereist und mehr oder weniger prepariert – Benjamin Weiß orakelte bevorstehende Ausfälle.

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Für die Auslosung der Vorrunden wurde Mitgründer und Ex-Moderator Roberto Rico aus seinem Berliner Exil bemüht, der charmant die acht Namenszettelchen in zwei Vierergrüppchen ordnete. Kleine Regelwerkmodifikation: Das Semifinale wurde ersatzlos gestrichen, so dass die Gewinner aus der Vorrunde direkt ins Finale einzogen.
Aus der ersten Runde waren das Tobias Kunze, der mit seiner Anti-Ode an Berliner Glaskasten-Architekten enthusiastisch gefeiert wurde, der gebürtige Afghane Masomi und die Lyrikerin Clara Nielsen. Nummer vier und fünf waren Sebastian 23 und Philipp Scharrenberg, der grandiose Überzeugungs-Hypochonder. Wobei allerdings zumindest Anke Fuchs schändlich unverdient auf der Strecke blieb.
Die für die Kondition des Publikums fast unnötige Pause wurde trotzdem gern für eine Zigarette vor dem rauchfreien Stadtgarten genutzt, auch wenn man dann die zweite Dickes B-Einlage verpasste – zu viele Lyrics an einem Abend sollen ja ohnehin nicht so förderlich sein.
Finale Finale Finale: Sebastian 23 sah seine Leute nicht, weil sie sich hinter moderner Kommunikationstechnologie verstecken, Philipp Scharrenberg rief seine Muse Trigespräch  – zwischen dem Poeten, seinem ES und dem Über-Ich -, Sulaiman Masomi versuchte vergebens eine Frau abzuschleppen, Clara Nielsen dichterisch in Erinnerung zu bleiben und schließlich Tobias Kunze, der in einem offenen Brief einfach mal einen Rundumschlag gegen alles vollstreckte, was nervt. Das traf auch den Nerv der Besucher, die, von den Seismographen (zwei Mädels aus dem Publikum und den Moderatoren) ausgewertet, letzteren eindeutig und verdient, per Applaus zum Dichterkönig krönten. Er bekam die Ovationen und den „handgeblasenen und mundbemalten“ Wanderpokal, bevor der Sieger des zweiten Kontests des Abends – die Slammer hatten untereinander die Abschiedszugabe als Preis für den betrunkensten von ihnen ausgeschrieben – Andy Strauß, hysterisch kichernd, eine kleine Delphingeschichte zum Besten gab und den befürchteten Ausfall ins Positive kehrte. Dann war aber auch genug der Worte. Bis zum nächsten Mal, wieder im Tsunami Club.

Geschrieben von Birthe Ketelsen

Dein Halloween-Wochenende in Köln

30. Oktober 2009 von supermedchen

Kürbisse, Zombies, Süßes oder Saures – Halloween steht vor der Tür und fällt praktischer Weise genau auf einen Samstag. Allerdings beeinflusst das das Kölner Nachtleben nicht allzu sehr und viele Parties verzichten auf ein Special oder gruseligen Verkleidungszwang. Das bedeutet natürlich trotzdem nicht, dass die Vielfalt des Angebots oder gar der Spaß auf der Strecke bleiben. Im Gegenteil: Kanadische Techno-DJs bei der Kommune 1, der „Electrolore“-Erfinder Alexander Marcus bei der Rhythmusgymnastik und eine Fotoausstellung bei La Résistance. Bei der Auswahl kann man getrost auf Kürbisse und Geisterkostüm verzichten.
Weitere Parties an diesem Wochenende findest Du im aktuellen Nachtleben-Magazin.

Dieses Wochenende in Köln: LIKE, get addicted, crooked….

23. Oktober 2009 von supermedchen

Es ist kalt, es ist dunkel, das Semester hat wieder angefangen – Der Einzug des Herbstes kann einem wirklich aufs Gemüt schlagen. Zum Glück kommt das Wochenende mit guten Parties, was die Kälte, Dunkelheit
und Unistress vergessen lässt.
Zum Beispiel bei der Golden Era im Bogen 2, bei der vor allem Fans von 90er Jahre-HipHop auf ihre Kosten kommen. Bei der Zoom sollte diesen Freitag ja eigentlich Dominik Eulberg auflegen, da sich dieser wohl aber erst Anfang 2010 im Studio 672 blicken lässt, kommt dafür Roland Casper mit genauso viel Electro & Techno ans DJ Pult. Am Samstag spielt bei der LIKE der schwedische Musiker Motoboy übrigens vor der Party ein Konzert und auch bei der getaddicted gibt es vor der Feierei noch Livemusik.
Mehr Infos dazu und weitere Parties an diesem Wochenende findest Du im aktuellen Nachtleben-Magazin.

Dead Weather, Ja Panik & Massive Attack in Köln…

18. Oktober 2009 von supermedchen


Jack White hat wieder eine neue Band gegründet. Der Sänger konnte die Pause bei seiner Erstband, den White Stripes, nicht abwarten und hat sich für sein neues Projekt The Dead Weather unter anderem ein Mitglied von den Queens of the Stoneage und den Kills ausgeliehen. Zum Auftritt dieser Starparade des Rock kannst Du bei uns Freikarten gewinnen, ebenso wie zum Konzert der österreichischen Pop-Rock-Gruppe Ja, Panik. Selten sind auch Hip Hop- und Reggae-Fans in Köln so gut mit Live-Auftritten bedient gewesen wie in den nächsten Wochen: Wahren Westcoast-Rap gibt es mit 2Mex im Blue Shell, während Ganjaman seine herbe duftende Botschaft im Underground verbreitet. Weitere Konzerte aller Richtungen, die Dir die düsteren Herbstabende versüßen, findest Du im aktuellen Konzert-Magazin.

Wir bitten zu Tisch!

11. Oktober 2009 von supermedchen

Wir bitten zu Tisch! Und damit Dir auch schmeckt, was auf den Tisch kommt, haben wir Dir in dieser Spezialausgabe unseres Magazins die besten Spots zum Schlemmen und Schmausen in Köln herausgesucht. Was hart war, denn in einer Stadt, in der sich Restaurant an Restaurant reiht, fällt die Auswahl besonders schwer. Doch wir haben getestet, mit uns gerungen und es schließlich geschafft: In unserem Restaurant-Special findest Du nun die Ausgeh-Tipps, die sich aufgrund ihres außergewöhnlichen Konzepts durchgesetzt haben und neben ausgezeichnetem Essen auch noch eine Menge Unterhaltung für die restlichen Sinne bieten.

Die Banalität der Liebe, Theater der Keller

9. Oktober 2009 von 8annika8

„Ich liebe dich wie am ersten Tag- das weißt du- und das habe ich immer gewusst. Der Weg, den Du mir zeigtest, ist länger und schwerer als ich dachte. Er verlangt ein ganzes langes Leben.“ Das schrieb die damals 22-Jährige Hannah Arendt an ihren Philosophieprofessor und Liebhaber Martin Heidegger. Den harten, steinigen Weg dieser Liebe und die Unfähigkeit der beiden Protagonisten, sich endgültig von dem Partner loszulösen, obwohl Ideale und Wertvorstellungen des anderen stark von den eigenen abweichen, ihnen sogar total widersprechen, hat das Theater der Keller jetzt in „Die Banalität der Liebe“ auf die Bühne gebracht.

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Auf der einen Seite steht eine junge, blühende Hannah, gerade 18 Jahre alt und fasziniert von den Fähigkeiten ihres älteren Professors. Auch er bewundert ihren wachen Geist und schnell entwickelt sich zwischen den beiden eine Affäre. Doch mehr kann daraus nie entstehen, das ist beiden klar, denn Heidegger ist verheiratet und geht die Beziehung mit Hannah nur unter der Bedingung ein, dass seine Ehe unangetastet bleibt. Nicht das einzige Hindernis, wie sich im Laufe der Zeit herausstellt: Mit der Entwicklung des Nationalsozialismus in den 30er-Jahren wird auch Heideggers Antisemitismus offensichtlich. Nicht der Jüdin Hannah gegenüber, sie ist und bleibt seine einzige große Liebe, seine Seelenverwandte, doch als Leiter der Universität diskriminiert er Juden öffentlich, ist sogar Mitglied der NSDAP. Als er Hannah nach Heidelberg schickt, um weiter von ihm entfernt zu studieren, löst sie schließlich die aussichtslose Verbindung.
Auf der anderen Seite sieht man eine gealterte Hannah, die scheinbar frei von Heideggers Einfluss lebt. Als ein junger Student der Universität in Israel sie um ein Interview zu den legendären Eichmann-Prozessen bittet, stimmt sie erfreut zu. Doch anstatt sie über ihr Werk mit dem Untertitel „Die Banalität des Bösen“ zu befragen, das einen Sturm der Entrüstung in der jüdischen Gemeinde ausgelöst hat, bohrt er immer wieder in ihrer persönlichen Geschichte und stellt Fragen, die Hannah rasend machen: Wie konnte ein Gelehrter, ein weltweit anerkannter Philosoph wie Martin Heidegger, daran glauben, dass das NS-Regime ein Fortschritt sei und es unterstützen? Wie konnte er, der eine jüdische Frau liebt, jüdische Studenten seines Campus verweisen? Und wie konnte sie, Hannah, Heidegger in Schutz nehmen, auch nach seiner nationalsozialistischen Aktivität? Schnell erkennt Hannah, dass der Student nicht der ist, für den er sich ausgibt, sondern dass er mehr über sie zu wissen scheint und noch mehr erfahren will. Schließlich offenbart er sich als Sohn ihres Kommilitonen Raffael, der zu Studienzeiten und während ihres Verhältnisses mit Heidegger in sie verliebt gewesen war. Vollkommen unverständlich sind diesem jungen Juden die Motive der älteren Frau, die unabhängig von seiner politischen Meinung in Heidegger einen brillanten Kopf und vor allem den Mann sieht, der ihr ein unabhängiges Leben beibrachte.
Die alte Hannah redet sich ob der Anschuldigungen ihres jungen Gastes in Rage, einerseits weil sie sich geschworen hat, nicht mehr über das Verhältnis zu Heidegger zu sprechen, andererseits weil sie auf viele seiner Fragen keine Antwort kennt. In einer Szene, in der die beiden Handlungsstränge schließlich zusammengeführt werden, stellt die alte Hannah einen gealterten Heidegger zur Rede, fordert von ihm Antworten, Erklärungen. Sie schreit und brüllt ihn an, wirft ihm vor, was sie all die Jahre nicht sagen, was sie einfach nicht begreifen konnte. Doch auch die junge Hannah schreitet ein, zum ersten Mal in Interaktion mit ihrem älteren Ich. Sie versucht die ältere Hannah zum Schweigen zu bringen, zählt immer wieder Heideggers gute Eigenschaften auf. So kämpft am Ende eine Seite Hannahs, die Heidegger als Menschen liebt und verehrt, mit ihrer anderen Seite, die seine Taten verurteilt und verabscheut.